Hans Magnus Enzensberger, Günter Grass und Hermann Hesse in der Sammlung Würth.

Hermann Hesse – Dichtungen wie Träume
Für Hermann Hesse war die Malerei «eine Art von Ausruhen, eine Befreiung von der verfluchten Willenswelt und ein Mittel, um Distanz von der Literatur zu gewinnen». Als Autodidakt hatte er begonnen, mitten im Ersten Weltkrieg und als Selbsthilfe während einer gefährlichen Nervenkrise. Zunächst illustriert er Handschriften und Gedichte, später malt er vor allem die farbenfrohe Landschaft des Tessins, wo er sich niedergelassen hat. «Nicht, dass ich mich für einen Maler hielte», schreibt Hesse 1925, «aber das Malen ist wunderschön. Man hat nachher nicht, wie beim Schreiben schwarze Finger, sondern rote und blaue.» In seinen sinnlichen Farbkompositionen spürt er keiner naturalistischen, sondern der poetischen Wahrheit nach. Günter Grass – «Mein Jahrhundert» und weitere Werke Der Literaturnobelpreisträger Günter Grass bewertet seine Tätigkeit als bildender Künstler von jeher gleichrangig zu seinem literarischen Schaffen. Nicht selten treten beide Facetten seines Werks in einen kreativen Austausch. Die Sammlung Würth verfügt über Aquarelle, Zeichnungen und Skulpturen, darunter den großen Zyklus «Mein Jahrhundert», in dem Grass ein ganzes Jahrhundert in «verjährten Geschichten» Revue passieren lässt: zu jedem Jahr des 20. Jahrhunderts wird aus wechselnder Perspektive eine Geschichte erzählt – ein farbiges Porträt dieses an Großartigkeiten und Schrecknissen reichen Jahrhunderts.
Hans Magnus Enzensberger – «WortSpielZeug» Hans Magnus Enzensberger ist kein Dachstubenpoet, sondern Mann der Öffentlichkeit, Mediengründer, kritischer Theoretiker, Übersetzer, Vermittler, Weltgeist auf Achse – und man merkt, er ist schwer fassbar als Autor. Im Forum Würth Rorschach begegnen Sie ihm darüber hinaus auf interaktive Weise. Achtzehn von ihm selbst entworfene Literatur-«Objekte» oder -«Maschinen» werden unter dem Titel «WortSpielZeug» präsentiert und laden zu einer spielerischen, hintergründigen, intellektuellen wie anregenden Auseinandersetzung mit Wort, Text und ihrem Bedeutungsgehalt ein.

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